PostHeaderIcon Der Yin-Aspekt bei der Cellulite

Da macht die Menschheit einen ziemlich kostspieligen und relativ überflüssigen Ausflug zum Mond, hat aber weder ein Heilmittel für die häufigste Krankeit, den Schnupfen, und schon gar nicht gegen Cellulite. Hätte man damals mal in Letzteres investiert, denn von den hässlichen Dellen an Hüfte, Oberschenkel und -arm ist irgendwann so ziemlich jede Frau betroffen. Als Verursacher gilt allgemeinhin Bindegewebsschwäche, und die kommt spätestens im Alter. Männer sind selten von Cellulite heimgesucht, aber hin und wieder werden auch sie damit gestraft. Das soll an der unterschiedlichen Struktur des Bindegewebes von Mann und Frau liegen und am Östrogen, wovon frau in der Schwangerschaft besonders viel hat.

Aber liegt es nicht auch etwas daran, dass das weibliche Prinzip das Bewahren ist? Denn das macht sie gründlich: sie bewahrt nicht nur Kinder, Haushalt und soziale Bindungen, sondern auch Pfunde und allerlei absolut Überflüssiges, sogar vor Abfallstoffen aus den Zellen schreckt sie nicht zurück. Seien es Kinder, Partner, Gegenstände, Gewohnheiten, selbst sie hindernde oder anders negativ auswirkende physische oder mentale Dinge: Das Loslassen tut frau meistens richtig weh oder ist zumindest mit mehr oder minder großen Problemen verbunden. Die Asiaten kennen das bewahrende Prinzip als Yin.

Also den Kampf mit der Cellulite gar nicht erst aufnehmen, ist doch ohnehin zwecklos? Und warum ist Japanerinnen der Schrecken Cellulite weitgehend unbekannt? Da wundert es nicht, dass es sogar eine Japanische Anti-Cellulite-Diät gibt, die sich am Ernährungsmodell der Japanerin und dem Wissen um die Wirkweise der Lebensmittel orientiert. Aber ob sie wirklich hilft? Zumindest liest sie sich lecker – bis auf den rohen Fisch.

Gegen Cellulite sollte Frau schon früh in den Kampf ziehen, am besten schon in der Pubertät, und einmal mehr, wenn Mutter oder Schwester Cellulite haben. Die Waffen der Wahl sind gesunde, ausgewogene Ernährung, regelmäßig Sport und die Vermeidung von allem, was ansonsten zu Durchblutungsstörungen führt wie langes Sitzen, Rauchen, enge Kleidung und Übergewicht. Dagegen helfen durchblutungsfördernde Maßnahmen wie Barfußlaufen, Wechselduschen und Sauna sowie Genuss durchblutungsfördernder Kräuter und Gewürze wie beispielsweise junge Wildkräuter, Rosmarin, Knoblauch, Ingwer und viele andere mehr. Als Tee genossen, ergeben Kräuter ein schmackhaftes Getränk mit zusätzlicher Wirkung: Trinken gegen Cellulite.

PostHeaderIcon Bekennende Cellulite-Trägerin

Es ist schon erstaunlich, was Menschen sich alles einfallen lassen, um den vermeintlich beschwerlichen Weg zu meiden, die eigene Lebensweise zu verändern. Da werden Pillen mit Nebenwirkungen eingeschmissen, teure Cremes mit wenig Wirkung geschmiert, selbst chirurgische Eingriffe werden nicht gescheut. Dabei könnte eine Umstellung der Lebensweise und Ernährung auf eine gesunde und ballaststoffreiche Kost mit regelmäßigen sportlichen Betätigungen die Cellulite deutlich in die Schranken weisen und auch mehr Lebensfreude bringen.
Gewickelt, gecremt, gelasert, mit Reizstrom, Kälte, Mikrowellen, Fettabsaugung und anderem rückt man gegen Cellulite ins Feld. Und mit allem lässt sich sehr gut Geld verdienen. Geduld und die entsprechende Portokasse sollten hier schon mitgebracht werden. Vorher-Nachher-Fotos belegen scheinbar den Erfolg der Behandlung und wecken den unbedingten Wunsch der unglücklichen Beulenträgerin. Aber ob das von dauerhaftem Erfolg ist … an anderer Stelle heißt es, gegen Cellulite sei kein Kraut gewachsen, und wieder andere schwören auf kombinierte Anwendungen.

2011 schwebte die 72jährige Jane Fonda – Schauspielerin, Model, Fitnessguru – in Cannes engelgleich mit Naomi Campbell über den Catwalk, die Kamera zoomte ihren Waschbrettbauch ganz dicht heran. Sie hat ihr ganzes Leben lang intensiv Sport betrieben, ob sie auch Cellulite hat? Jedenfalls hat sie das erforderliche Kleingeld.

Cellulite macht auch vor den Schönen und Reichen nicht halt, die in ihrer exponierten Position einer gewissen Gehässigkeit – insbesondere unter Ihresgleichen – ausgesetzt sind. Doch die reagieren inzwischen teilweise bekennend und gelassen mit positiver Haltung zu ihren Beulen. Auf die Einstellung kommt es eben an.

Viel preiswerter im Feldzug gegen die Dellen und zudem noch effektiver und gesünder sind eine gesunde und ballaststoffreiche Ernährung und regelmäßiger Sport. Das ist wirklich die halbe Miete und setzt an der Ursache an, wohingegen alle Behandlungen nur die Wirkung bekämpfen. Doch warum wehren sich die Betroffenen so dagegen und investieren lieber gutes Geld in Chirurgen und Schönheitssalons? Vielleicht weil Letzteres bequemer ist als die ehrliche Hinterfragung der eigenen Situation, denn das könnte noch andere Missstände zu Tage bringen, und die wiederum könnten beängstigend sein. Möglicherweise auch, weil der erste Schritt ein Bekenntnis, das Zugeben eines Fehlers ist. Ganz sicher aber aus dem gleichen Grund, der viele zum Arzt treibt, der ihnen bunte Pillen mit Nebenwirkungen verschreibt, die in großer Anzahl geschluckt werden und dann … wird alles wieder gut. Aber so funktioniert es eben nicht, denn die Verantwortung für das eigene Leben gehört auch in die eigenen Hände.

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